Störfall in Meuterei auf Titan



In der neuen Anthologie “Meuterei auf Titan” des Verlags für moderne Phantastik sind 28 Stories von 23 Autoren enthalten, darunter auch meine Story “Störfall”.
Die Antho gibt es ab heute als Ebook und ab August 2017 auch als 620-seitige Printausgabe.

Leseprobe

    Zac erwachte aus der Bewusstlosigkeit. Es war hell um ihn herum. Für einen Moment wusste er nicht, ob er die Augen offen oder geschlossen hatte, denn er erkannte keinerlei Konturen. Sein Körper schmerzte von den Schlägen. Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Nase. Eine rote Spur blieb auf seiner Hand zurück und war das Erste, was seine Augen in der hellen Umgebung unterscheiden konnten. Es war Blut. Ein Tropfen löste sich von seiner Haut und schwebte als kleine purpurne Kugel vor seinem Gesicht. Zac zuckte unwillkürlich zusammen. Panik übermannte ihn. Er begriff, dass er sich in Schwerelosigkeit befand. Jetzt spürte er auch die unangenehme Übelkeit im Magen, die er noch vom Training her kannte. Es war damals sicherlich nicht für diese absurde Situation gedacht gewesen, sondern für den Notfall, falls die künstliche Gravitation des Raumschiffs ausfallen sollte. Er hatte es gehasst und hasste es noch immer.
    Schlagartig schoss sein Puls in die Höhe. Er wand sich wie ein Wurm und sein Kopf tockte leicht gegen eine Wand. Seine Augen hatten sich mittlerweile an das blendende Licht gewöhnt und er konnte nun die Wabenstruktur der Wand erkennen, von der er nach dem Zusammenstoß wieder wegtrieb. Der Raum war kugelförmig. Es gab keinerlei Anhaltspunkte, wo oben oder unten war und keinerlei Hinweise, welche der Waben einen Ausgang darstellte. Er konnte weder Lampen noch sonstige Leuchtmittel erkennen. Das Licht schien von überall her zu kommen. Die Orientierungslosigkeit und Schwerelosigkeit lösten einen stärker werdenden Brechreiz in ihm aus. Zac schloss die Augen und kämpfte dagegen an.
    »Zac Riotta – Sektion Basis – Ihre Biodatenwerte liegen außerhalb der Normbereiche. Bitte versuchen Sie sich zu beruhigen, sonst werde ich Ihnen ein Sedativum injizieren.«
    »Ja, du scheiß Computer. Ich werde mich beruhigen«, presste er hervor. Er wusste, dass die kleine Elektrode, die jeder auf dem Schiff unter der Haut auf der rechten Brustseite trug, ständig den Blutdruck, Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung an den Zentralcomputer übermittelte. Beruhigen. Er konnte es nicht vortäuschen. Er versuchte, langsamer zu atmen und nicht mehr daran zu denken, dass er sich in einer kugelförmigen Inhaftierungszelle befand. Das war jedoch nicht so einfach. Zum einen hatte er einfach Panik vor dem Nichts, in dem er schwebte, und zum anderen wusste er nicht, warum er inhaftiert worden war.
...

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