Fremde Welt des Alltags

Ich blicke auf ein pittoreskes Bergpanorama. Graue Gipfel türmen sich vor mir auf. Dazwischen gewaltige Krater. Eine atemberaubende Landschaft aus hauchfeinem Staub. Wo ich bin? Auf dem Mond? Nein, ich befinde mich im geheimnisvollen Reich von Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Ich kann die Wesen nicht sehen. Doch es überkommt mich das grausame Gefühl, Gott spielen zu müssen – Gott der Weltenzerstörer. Ich nehme den Schwamm und wische den Staub vom Badezimmerschrank. Geschafft. Die fremden Wesen (auch Hausstaubmilben genannt) sind beseitigt. Aber wie lange? Ich glaube, kurz bevor der Schwamm das letzte Staubflöckchen beseitigt hat, sehe ich ein rotes Auge aufblinken und jemand haucht: „Ich komme wieder!“

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